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Ibrahim und Ismail

Ibrahim und seine Frau Sara waren schon  viele Jahre verheiratet und hatten noch keine Kinder bekommen. Darüber waren sie sehr traurig. Als beide eines Tages wieder so traurig ihrer Kinderlosigkeit gedachten, fiel Sara ihre Sklavin Hadschar ein. Voller Hoffnung wandte sie sich an ihren Ehemann: „Oh Ibrahim, du siehst, dass wir beide alt geworden sind. In diesem Alter kann ich kein Kind mehr gebären. Es ist für uns besser, wenn du Hadschar heiratest. Vielleicht gibt Allah uns ein Kind, damit wir die letzten Tage unseres Lebens in Freude verbringen“, sagte sie.

Ibrahim war zuerst etwas verwirrt. Nachdem er eine Weile überlegt hatte, sagte er: „Nein, Sara, ich sehe kein gutes Ende in dieser Sache. Wenn Hadschar ein Kind bekommt, dann wirst du vielleicht eifersüchtig auf sie und ärgerst dich darüber.“

„Nein“, sagte sie, „ich denke nicht so wie du. Im Gegenteil, wenn Hadschar ein Kind bekommt, wäre ich genauso erfreut wie Hadschar. Bitte, nimm mein Angebot an.“ Ibrahim konnte dem ehrlichen Wunsch seiner Frau nicht widerstehen und heiratete Hadschar. Die Jahre vergingen sehr schnell. Eines Tages saß Ibrahim vor seinem Zelt und dachte nach. Seine Frau Sara saß neben ihm. Plötzlich erblickte Ibrahim in der Ferne drei Wanderer. Sie kamen auf ihn zu und begrüßten ihn. Ibrahim wies ihnen einen schönen Platz an. Er selbst eilte ins Zelt und befahl einem Knecht, ein Kalb zu schlachten und den Gästen das Fleisch zu servieren. Nach kurzer Zeit war das Essen fertig. Er lud seine Gäste zum Essen ein. Die jungen Männer nahmen aber seine Einladung nicht an und aßen nichts. Ibrahim wunderte sich: Warum wollten sie nichts essen? Sind sie etwa mit üblen Absichten in mein Haus gekommen? Wie soll es weitergehen, wenn sie uns Schaden zufügen sollten, was mache ich dann? Solche Gedanken gingen ihm durch den Kopf.

„Wer seid ihr?“, fragte Ibrahim. „Wir sind Engel Allahs, oh Ibrahim, du wirst einen Sohn bekommen. Diese glückliche Nachricht wollten wir dir überbringen, “ sagten die Engel. Ibrahim flüsterte vor sich hin: „Gut, aber ich bin doch ein alter Mann. Wie kann ich noch Nachwuchs bekommen?“ „Dies ist der Wunsch Allahs, Ibrahim. Nichts ist für Ihn unmöglich“, sagten die Engel. Seine Frau, die das Gespräch mit verfolgt hatte, kam mit großer Freude herein. Die Engel sprachen zu ihr: „Du wirst einen Sohn bekommen, Sara“, sagten sie. „Sein Name wird Ishag sein.

Er wiederum wird einen Sohn namens Yaqub bekommen. Sei nicht verwundert, Sara, Allah ist allmächtig.“ Dann standen die Engel auf und gingen. Es vergingen einige Monate. Dann brachte Hadschar einen Sohn auf die Welt. Sie nannten ihn Isma´il. Ibrahim freute sich sehr über die Geburt seines Sohnes. Er nahm das Kind und brachte es zu Sara. Als sie das Kind sah, überkam sie die Eifersucht, und sie sagte zu Ibrahim: „Nimm das Kind und bring es weg. Du hast recht, ich beneide Hadschar sehr. Entweder ich oder sie dürfen in diesem Haus bleiben. Beide können wir nicht hier leben.“

Ibrahim versuchte, sie umzustimmen, doch er hatte keinen Erfolg. Sara ließ sich nicht überreden. So kam es, dass Ibrahim im Vertrauen auf Allah seine zweite Frau Hadschar und einen Sohn Isma´il nahm und weit fort ging. Nachdem sie lange durch die Wüste gewandert waren, kamen sie an einen Ort in der Nähe vom heutigen Mekka. Dort schlug Ibrahim ein Zelt für Hadschar und seinen Sohn auf. Dann wollte er wieder zu Sara zurückkehren. Doch bevor er aufbrach, betete er zu Allah: „Ich habe meine Frau Hadschar und meinen Sohn Isma´il in diese öde Gegend gebracht, wo sich Dein Haus, die Ka´ba, befindet.

Bitte, oh Herr, gib, dass sich die Herzen der Menschen ihnen zuwenden. Halte Kummer und Sorge von ihnen fern.“ Danach kehrte Ibrahim heim zu Sara. Diese gebar schon bald darauf einen Sohn namens Ishaq. Ibrahim und Sara freuten sich sehr. Hadschar und Isma´il lebten einige Tage von dem Essen und dem Wasser, das sie mitgebracht hatten. Dann ging ihnen das Wasser aus, und der Durst wurde unerträglich. Schlimmer noch war, dass Hadschar ihren Sohn nicht mehr stillen konnte. Sie wusste nicht, wie sie in einer solch öden Gegend Wasser finden sollte. Und ihr Kind würde in einigen Tagen sterben, wenn es nicht wider Nahrung bekäme. Sie wurde immer verzweifelter. Und so begann sie, nach Wasser zu suchen.

Die Sonne brannte vom Himmel, und der Sand und die Steine in der Wüste waren glühend heiß. Hadschar hoffte auf ein winziges Tröpfchen Wasser und lief ziellos umher. Der Gedanke an ihr hungerleidendes Kind schmerzte sie sehr. So lief sie zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa siebenmal hin und her. Ihre Zunge war ganz trocken vor Durst und blieb im Munde kleben. Wankend vor Müdigkeit lief sie zum Zelt zurück. Als sie hineinkam, konnte sie ihren Augen nicht trauen. Ihr kleiner Sohn Isma´il saß an einer sprudelnden Wasserquelle, die neben ihm aus der Erde kam, und spielte mit dem Wasser. Er lebte also noch und trank so viel Wasser, bis er satt war. Dieses Wasser war nichts anderes als die Quelle namens Zamzam.

Hadschar rief vor Freude: „Oh Allah, das ist die Quelle Zamzam.“ Sie fiel demütig zu Boden und dankte Allah von ganzem Herzen. Dann begab sie sich zu dem kleinen Isma´il und küsste ihn voller Freude, weil er mit seinen kleinen Händchen im Sand nach der Quelle grub und das Wasser zwischen seinen Fingern hervorquoll.

Eines Tages kam eine Kamelkarawane des Weges. Sie lief an der Quelle vorbei und die Leute der Karawane war sehr erstaunt, weil in dieser Gegend nie eine Quelle bekannt war. Als sie hörten, was Hadschar erzählte, wurde ihnen klar, dass Isma´il ein besonderer Mensch werden würde. So ließen sie sich an der Quelle nieder und schlugen ihre Zelte auf. Mit der Zeit entstand so ein kleines Dorf. Immer mehr Siedler kamen hinzu, und bald wurde aus dem Dorf eine Stadt.

Allah hatte das Gebet Ibrahims erhört, denn auch die Herzen der Menschen wandten sich Hadschar und ihrem Sohn freundlich zu. Die Tage gingen vorüber, und Ibrahim wollte Hadschar und seinen Sohn wiedersehen. Er begab sich an den Ort, wo er sie einst mit Isma´il zurück gelassen hatte. Doch er erkannte diesen Ort nicht wieder. Er entschloss sich, umzukehren und woanders zu sichen, als er erfuhr, dass sich das Zelt von Hadschar in diesem Dorf befand. Er suchte sofort das Zelt auf und begrüßte seine Frau und seinen Sohn mit großer Freude.

Ibrahim ging unverzüglich zur Ka´ba, um dort Allah für seine Gnade zu danken: „Oh Allah, Du hast mein Gebet von einst erhört. Ich bin Dir unendlich und von ganzem Herzen dankbar.“ Von da an besuchte er Hadschar und Isma´il regelmäßig.

Viele Jahre vergingen, und aus Isma´il wurde ein sehr hübscher, frommer junger Mann. Er betete zu Allah, wie es sein Vater ihm beigebracht hatte. Eines Nachts jedoch hatte Ibrahim einen Traum, in dem eine Stimme zu ihm sprach: „Oh Ibrahim, Allah verlangt von dir, dass du Ihm Gehorsam zeigst und deinen Sohn Isma´il opferst.“

Ibrahim wachte ängstlich auf und gab zur Antwort: „Oh Allah, wenn Du solches von mir verlangst, so werde ich dies unverzüglich tun, ich werde Dir meinen Sohn opfern.“ Dann schlief er wieder fest ein.

Die Stimme ertönte ein zweites und schließlich ein drittes Mal, bis Ibrahim endlich aufstand und zu seinem Sohn ging. Er nahm ihn an die Hand und führte ihn hinaus auf einen Hügel: „Mein lieber Sohn, ich hörte im Schlaf eine Stimme, die mir sagte, dass Allah, unser Herr, von mir wünscht, dass ich dich Ihm opfere. Was sagst du dazu?“

Isma´il war weder erregt noch ängstlich. Ruhig und bescheiden sagte er: „Vater, tue, was immer unser Herr dir befiehlt. Ich hoffe, die ein geduldiger Sohn zu sein.“ Ibrahim schaute seinen Sohn mit Tränen in den Augen an. Er liebte ihn sehr, denn sein Sohn war sehr fromm, und der Befehl war nicht leicht. Dann verband er Ismai´il die Augen. In diesem Augenblick aber erklang eine laute Stimme: „Oh Ibrahim, du hast bewiesen, dass du ein gottesfürchtiger Mensch bist, halte ein und laß ab von deinem Sohn!“ Da erblickte Ibrahim neben sich einen Engel, der einen großen Widder bei sich hatte.

„Diesen Widder sollst du an Isma´ils Stelle opfern, Ibrahim. Denn Allah will, dass dein Sohn lebt!“ Ibrahim freute sich sehr und nahm sofort die Binde von den Augen seines Sohnes ab. Er fing den Wider ein und opferte diesen, so wie Allah es befohlen hatte. Danach verrichtete Ibrahim Dankesgebete. Von diesem Tag an gedenken die gläubigen Menschen der Rettung Isma´ils und opfern aus Dankbarkeit und Gottesfurcht ein Mal im Jahr ein Tier. Das Fest, welches sie an diesem Tag feiern, heißt ´Id-ul-Adha oder Opferfest. Aus Dankbarkeit errichteten Ibrahim und sein Sohn Isma´il an der Stelle, wo die bereits zerfallene Ka´ba stand, eine neue, damit die Menschen dort den Einen Gott anbeten sollten. Sie wandten sich dabei zu Allah mit folgenden Worten: „Oh Allah, schenke uns eine gottergebene Nachkommenschaft.“ Danach rief Ibrahim die Menschen auf, dieses Gotteshaus regelmäßig zu besuchen. Die Menschen kamen zu Tausenden aus aller Herren Länder und vollzogen ihre Pilgerfahrt bei der Ka´ba.

Die Stadt Mekka dehnte sich aus und wurde zu einem bedeutenden Handelszentrum auf der ganzen arabischen Halbinsel. Ein paar Jahrhunderte später sollte in der gleichen Stadt ein Nachkomme Isma´ils geboren werden, der als letzter Prophet zu den Menschen sprechen sollte, nämlich der Prophet Muhammad.

QUELLE:

Buch: “Qur´anische Geschichten”

Autor: Adnan Aslan

Verlag: ISIZ